Open Flair-Festival 2017

Galleries

Day 1: Madsen, Danko Jones, Marathonmann, Abstürzende Brieftauben
Day 2: In Extremo, Kyle Gass Band, Irie Révoltés, Brett, B-Tight
Day 3: Broilers, Alligatoah, Heaven Shall Burn, Counterfeit., Bukahara, The Prosecution, Pennywise, Smile And Burn
Day 4: Billy Talent, SDP, Liedfett, The Amity Affliction, Skinny Lister, ITCHY, Moose Blood, SSIO, Der Fall Böse
Day 5: Rise Against, Biffy Clyro, Anti-Flag, Shawn James, Joris, Watch Out Stampede, Watsky, Razz
 

All photos and the report are also published on [a]live:promotion and STAGR.

Festival-Report (in German)

Tag 1

Das begehrte und mittlerweile auf 20.000 Besucher angewachsene Open Flair Festival 2017 fand in diesem Jahr zum 33. Mal statt. Viele Musikfans pilgern schon einige Jahre immer wieder in die Kleinstadt Eschwege im Nordosten Hessens. Bereits am Dienstag konnte angereist werden um am Mittwoch um Punkt 15:00 Uhr gemeinsam mit der Oberhausener Ska-Punkband Sondaschule das Open Flair 2017 Festival auf dem Gelände an der Seebühne zu eröffnen. Zwischen die Besucher mischten sich vereinzelt auch schon einige der Walk-Acts.

Die Abstürzenden Brieftauben und Marathonmann spielten bei bestem Festivalwetter das Publikum warm. Danko Jones brachten etwas internationales Flair mit. Besonders Bassist John Calabrese sprühte vor Energie, sehr zur Freude der Fotografen. Die Kanadier, die ihr frisches Album vom Jahresanfang „Wild Cat“ im Gepäck hatten, bewiesen, dass drei Mann völlig ausreichen, um eine geballte Ladung Rock unters Volk zu mischen. Leider ging ihr Backdrop auf dem Flug nach Deutschland verloren, ausgerechnet bei einer deutschen Fluggesellschaft, die nur wenige Tage später Insolvenz anmeldete.

Den ersten Abend schlossen die Indie-Rocker von Madsen ab. Schließlich gehören Sebastian Madsen und Co. schon fast zum Inventar beim Open Flair Festival 2017. Das Quintett lieferte auch dieses Jahr wieder eine solide Show ab. Wer Madsen will, bekommt eben Madsen. Und das bereits zum 7. Mal auf dem Open Flair.

Das Wetter war fantastisch an diesem Mittwoch und man wünschte sich nichts sehnlicher, als dass es so bleiben würde. Leider wurde dieser Wunsch nicht vom Wettergott erhört. Bereits Donnerstagabend setzte starker Regen ein und so richtig verschwinden wollte er erst wieder am frühen Sonntagnachmittag.

Danko Jones
Madsen
Marathonmann

> Zur Galerie von Tag 1

 

Tag 2

Der Donnerstag startete für Festivalverhältnisse recht spät, was aber in Anbetracht des noch anstehenden Programms der nächsten Tage durchaus angenehm war. Um 16:00 Uhr betraten Premium Verum die Seebühne, bevor dann die Hip Hop-Fans auf ihre Kosten kamen als B-Tight das Mikrofon übernahm.

Beim Auftritt der Necomer-Band Brett gab es 70er Jahre mit Stoner-Einflüssen auf die Ohren und von oben herab „regnete“ es Federn, Konfetti und Mehl. Die Mannschaft der Heavy Secure Rocking Crew war wieder voll in ihrem Element, ohne dabei den Fokus auf die Sicherheit der Besucher zu verlieren. Erst letztes Jahr im September erhielt das Open Flair den „HELGA!“-Award für die netteste Security. Dieser Sieg wurde nun gefeiert. Bevor dann Irie Révoltés die Bühne betraten, marschierten die Mannen der Heavy Secure Rocking Crew im Braveheart- Stil mit bemalten Gesichtern, freien Oberkörpern und Schottenrock in den Graben ein. Ein Open Flair ohne die verrückte Truppe ist irgendwie nicht vorstellbar. Irie Révoltés befanden sich auf Abschiedstour und hatten das Publikum von Anfang an im Griff. Nach 17 Jahren auf der Bühne verabschieden sie sich nun, obwohl noch so viel zu sagen und zu hören wäre. Nicht jeder Abschied ist ein leichter. Immerhin wurde er gebührend gefeiert.

US-Musiker und Sänger Kyle Gass ist eine Erscheinung. Wenn der Schauspieler nicht gerade für Filme vor der Kamera posiert oder mit Jack Black gemeinsam als Tenacious D auf der Bühne steht, dann hat er ja immer noch seine eigene Band. Eine rockige Show gepaart mit viel Mimik und Gestik. Und Kyle Gass selbst ist ein absoluter Profi, der den Spaß auf der Bühne nicht verlernt hat.

Rockig blieb es, aber mittelalterlich angehaucht wurde es dann mit In Extremo. Ihre Live-Auftritte sind immer wieder ein Erlebnis. Als das Berliner Septett die Bühne betrat und mit ihren Klängen aus E-Gitarren, Dudelsäcken, Pfeifen, Harfen und Schlagzeug lospreschte, war den Zuschauern dann auch der stärker werdende Regen egal. Man konnte völlig ausflippen. Wer die Show verpasst hat: Im Winter spielen In Extremo wieder einige Deutschland-Konzerte!

Kyle Gass Band
Irie Révoltés
In Extremo

> Zur Galerie von Tag 2

 

Tag 3

Während das Areal der Seebühne immer weiter einem Sumpfgebiet glich, eröffnete am Freitag dann auch endlich das Hauptgelände mit HR3- und Freibühne am Werdchen. Die Festivalbesucher, nun vornehmlich in regenfester Kleidung, ließen vermutlich den Absatz an Gummistiefeln, Regenponchos und Ähnlichem in Eschweges Innenstadt in die Höhe schnellen. An diesem dritten Festivaltag gaben sich großteils deutsche Künstler die Klinke in die Hand. Pennywise bildeten hier eine der wenigen Ausnahmen, die mit 14:00 Uhr einen sehr frühen Spot hatten. The Prosecution, die bereits letztes Jahr schon auf der Freibühne zu Gast waren, konnten trotz der frühen Spielzeit, auf ihre Fanbase vertrauen. Bukahara versprühten den Duft der großen (orientalischen) weiten Welt. Die vier Musiker brachten das Publikum zum Tanzen.

Für die härteren Töne sorgten Counterfeit auf der Freibühne und Heaven Shall Burn später auf der HR3-Bühne. Während Counterfeit-Sänger Jamie Campbell Bower das Bad in der Menge genoss, peitschte Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn das Publikum mit starken Posen voran. Es waren so viele hübsche Frauen auf dem Open Flair 2017, stellte er fest. Vermutlich alle aus Thüringen angereist. Die Band liebt ihre Heimat.

Etwas heiß diskutiert von der Tageszeitung und einigen Festivalbesuchern war sicher der Auftritt von Alligatoah. Mit großem Bühnenbild im Heißluftballon umringt von seinen Musikern auf Wolken startete die etwas mehr als einstündige Show. Mit einer Prise schwarzem Humor, anzüglich und provokant führte der Sänger und Rapper durch sein Programm und „castete“ live seine Band. Den Fans gefiel es und sie feierten den Musiker.

Unumstritten hingegen war der Headliner des Abends: die Broilers! Der Platz vor der Hauptbühne war gerammelt voll, als die Düsseldorfer ihr aktuelles Album „SIC!“ präsentierten und natürlich auch den ein oder anderen Klassiker spielten.

Heaven Shall Burn
Broilers
Pennywise

> Zur Galerie von Tag 3

 

Tag 4

Your Prophecy eröffneten den Samstag auf dem Hauptgelände. Während das Programm an der Seebühne erst später startete, ging es am Werdchen schon heiß her. Elfmorgen, die letztes Jahr noch für viel Stimmung auf dem Campingplatz sorgten, durften dieses Jahr gleich auf die HR3-Bühne. Feuchtfröhlich und mit bester Laune ging es dann weiter mit ITCHY. Itchy who? Nein, nicht Poopzkid. Einfach nur noch „ITCHY“. Die dreiköpfige Band hatte sich Anfang des Jahres umbenannt, gab aber natürlich trotzdem alle Hits von früher bis heute zum Besten. Der obligatorische Ritt auf dem Guitarcase von Sebastian „Sibbi“ Hafner übers Publikum fiel zwar etwas kurz aus, wurde aber immerhin von viel Konfetti begleitet.

The Amity Affliction, die leider gut eine Viertelstunde kürzer spielten als geplant, sorgten an diesem Tag wohl für die härtesten Klänge am Werdchen. Die 4 Australier hatten ihre Open Flair-Premiere. Shouter Joel Birch schrie sich in bekannter Manier die Texte aus dem Leib, während Sänger und Bassist Ahren Stringer für die melodiösen Parts sorgte. Skinny Lister versprühten ebenfalls jede Menge Energie auf der Bühne. Frontfrau Lorna Thomas sang sich durch das Programm, aber sie tanzte und lachte dabei auch so viel, dass es eine wahre Freude war, ihr dabei zuzusehen. Und auch ihre Band feierte.

SDP gelten wohl schon eine Weile nicht mehr als „bekannteste unbekannteste Band der Welt“. Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin zeigten die „bunte Seite der Macht“ auf dem Open Flair und zogen damit viele Festivalbesucher vor die Hauptbühne.

Billy Talent stellten das Highlight für viele an diesem Samstagabend dar. Die Kanadier, deren letzte Alben alle Platz 1 u.a. der deutschen und kanadischen Albumcharts erklimmen konnten, stellten unter Beweis, dass dieser Erfolg nicht von ungefähr kommt. Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis sie ihr Publikum voll im Griff hatten.

Billy Talent
ITCHY
The Amity Affliction

> Zur Galerie von Tag 4

 

Tag 5

Und dann war da auf einmal Sonntag. Es hörte auf zu regnen, das Wetter zeigte sich noch einmal von seiner besten Seite und auch das Open Flair hatte an diesem letzten Festivaltag noch einiges zu bieten. Watch Out Stampede überzeugten auf der Freibühne so richtig an diesem frühen Sonntagnachmittag. Ganz im musikalischen Kontrast dazu brachte Joris mit Gitarre und seiner Band die radiotauglichere Musik mit auf das Open Flair. Shawn James & The Shapeshifters waren an diesem Tag vermutlich die Exoten, wenn man es so nennen kann. Chris Overcash wirbelte mit seiner Geige über die Bühne, während Shawn James selbst ein wenig wie aus „Fluch der Karibik“ entsprungen aussah.

Am späten Nachmittag und Abend wurde dann noch einmal tief in die Kiste der international erfolgreichen Acts gegriffen: angefangen bei den sehr starken Anti-Flag, über die Schotten von Biffy Clyro hin zu Rise Against. Diese bildeten, wie bereits vor 3 Jahren, den fulminanten Abschluss des diesjährigen Open Flair.Trotz einiger Soundprobleme überzeugten die 4 US-Amerikaner und Sänger Tim McIlrath bewies zwischen all den nach vorn preschenden Songs einmal mehr, dass Rise Against auch leise, nur mit Gitarre, funktionieren können.

Es war wieder ein tolles Festival, liebevoll organisiert und fantastische Bands gab es natürlich auch zu sehen. Ich komme immer wieder gern zum Open Flair, man fühlt sich einfach wohl. Jetzt heißt es gut ein Jahr warten, bis vom 08. – 12. August 2018 das Festival in die nächste Runde geht. Der Vorverkauf ist bereits sehr erfolgreich gestartet und ich freue mich jetzt schon, hoffentlich wieder Teil des Ganzen zu sein.

Anti-Flag
Rise Against
Biffy Clyro

Social Media

Instagram
Twitter
Flickr